Läufelfingen, idyllisch eingebettet im Homburgertal am Fusse des Unteren Hauensteinpasses, blickt auf eine reiche und bewegte Geschichte zurück.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1226 unter dem Namen «Leinvolvingen». Der Ortsname mit der Endung «-ingen» deutet jedoch darauf hin, dass die Siedlung wesentlich älter ist und vermutlich im 7. Jahrhundert während der ersten alamannischen Ansiedlungen entstand. Archäologische Funde, darunter Überreste eines frühmittelalterlichen Friedhofs und römische Artefakte, belegen eine noch frühere Besiedlung des Gebietes.
Die strategisch bedeutende Lage am Juraübergang des Unteren Hauensteins prägte die Entwicklung Läufelfingens massgeblich. Nach dem Bau der ersten Rheinbrücke in Basel 1225 nahm der Nord-Süd-Handelsverkehr über den Hauensteinpass zu. Zur Kontrolle dieses wichtigen Verkehrsweges liess Graf Hermann IV. von Frohburg 1240 die Burg Neu-Homberg erbauen, die später als Ruine Homburg bekannt wurde. Diese Burg diente der Überwachung des aufblühenden Handels und zeugt noch heute von der historischen Bedeutung des Ortes.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft über Läufelfingen mehrfach. Nach den Frohburgern gelangte das Dorf 1303 in den Besitz des Bischofs von Basel und um 1400 unter die Verwaltung der Stadt Basel. Während der Bauernunruhen von 1653 trat Uli Gysin vom Hof Halden in Läufelfingen als Wortführer hervor. Er wurde am 14. Juli 1653 zusammen mit sechs weiteren Volksvertretern in Basel hingerichtet. Diese Ereignisse spiegeln die damaligen sozialen Spannungen wider.
Mit der Eröffnung des Hauenstein-Scheiteltunnels 1858, damals der längste Tunnel Europas, wurde Läufelfingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Dies förderte die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe im Dorf. Besonders der Abbau und die Verarbeitung von Gips sowie die Produktion von Zementwaren prägten die lokale Wirtschaft. Die geplante Umwandlung der sogenannten Sandmühle in ein Museum soll diese industrielle Vergangenheit dokumentieren.
Heute präsentiert sich Läufelfingen als Gemeinde, die ihre historische Bedeutung bewahrt und gleichzeitig den Blick in die Zukunft richtet. Die Ruine Homburg, die reformierte Kirche St. Peter und Paul mit ihren modernen Bleiglasfenstern von Walter Eglin sowie der erste Tierfriedhof der Schweiz sind Zeugnisse einer reichen Geschichte und kulturellen Vielfalt, die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann ziehen.
